Silberfischchen

Silberfischchen gibt es schon seit sehr vielen Jahren; weswegen sie zu den Urinsekten gezählt werden. Die Insekten haben in keinem ihrer Entwicklungsstadien Flügel und zählen somit immer zu den kriechenden Insekten. Der Name „Silberfischchen“ leitet sich aus der Körperform ab, welche sich nach hinten verjüngt. Ebenso sind die flinken Bewegungen und die silbrige Beschuppung Namensgeber.

Aussehen

Silberfischchen werden in etwa einen Zentimeter groß. Die Fühler wurden bei diesem Zentimeter nicht eingerechnet, denn diese sind lang und sehr dünn. Die Fußpartie besteht aus 2-4 Gliedern. Den silbrigen Glanz verdanken die Silberfischchen der silbernen Beschuppung. Die silberne Beschuppung tritt erst nach der 3.Häutung ein. Das Tier ist mit drei zusätzlichen Sinnesorganen ausgestattet. Die beiden vorderen Tastfühler, sowie die drei Tastfühler am Hinterleibsende, helfen dem Tier bei den flinken Bewegungen.

Vorkommen

Silberfischchen leben in einer feuchten aber gleichzeitig warmen Umgebung. Ein solcher Ort ist zum Beispiel das Badezimmer. Neben dem Silberfischchen gibt es noch das Papierfischchen, das Ofenfischchen und das Geisterfischchen. All diese Arten kommen vermehrt in menschlichen Behausungen vor, auf der Suche nach Nahrung oder einem Unterschlupf.

Tagsüber halten sich die Tiere in kleinen Rillen, Fugen oder hinter Sockeln versteckt, denn die Tiere sind lichtscheu und daher nachtaktiv. Bevorzugt sind sie aufgrund der Luftfeuchtigkeit in Küchen oder Bädern aufzufinden, jedoch auch in gefliesten beheizten Räumen, denn kleine Risse in den Fliesen bieten den perfekten Unterschlupf.

Fortpflanzung

Die männlichen Silberfischchen beginnen die Paarung mit einem Tanz. Danach laufen die Tierchen kreisförmig umher. Das Männchen legt ein selbstgesponnenes Beutelchen gefüllt mit Spermien ab. Das Weibchen nimmt dieses Beutelchen an sich und befruchtet damit ihre Eier. Dieser Vorgang wird als indirekte Spermatophorenübertrageung bezeichnet. Die kleinen Tierchen pflanzen sich bis zum Tod vor und sorgen somit für reichlich Nachwuchs.

Um sich fortpflanzen zu können, muss sich das Silberfischchen acht Mal häuten. Davor ist es noch nicht geschlechtsreif und kann sich somit nicht fortpflanzen. Selbst wenn die Silberfischchen dann geschlechtsreif sind, häuten sie sich noch bis zu viermal und gewinnen somit immer mehr an Länge.

Die Eier werden von den Weibchen bei etwa 25-30 Grad abgelegt. Orte für die Eiablage sind ebenso wie deren Unterschlüpfe kleine Spalten. Ist die Raumluft sehr trocken und kalt, können sich die Insekten nicht weiter fortpflanzen.

Entwicklung

Um das Erwachsenenstadium zu erreichen, benötigt das Silberfischchen mindestens vier Monate. Diese Dauer ist auch von den Lebensbedingungen abhängig. Faktoren, die dem Wachstum beitragen, sind zum Beispiel gute Futterquellen. Unter schlechten Bedingungen kann es auch bis zu drei Jahren dauern, bis das Silberfischchen das Erwachsenstadium erreicht. Bei Zimmertemperatur benötigt das Silberfischchen bis zu einem Jahr, um vollständig entwickelt zu sein. Die Tierchen erreichen ein Alter von bis zu acht Jahren. 

Verhalten

Die Silberfischchen sind nachtaktiv und meiden das Tageslicht. Tagsüber verstecken sie sich in ihren Ritzen und Spalten, während sie in der Dunkelheit dann auf Futtersuche gehen. Als Nahrungen nehmen die Tierchen zucker- und stärkehaltige Materialien zu sich. Silberfischchen können sich blitzschnell bewegen und sind sehr flink, jedoch sind sie nicht in der Lage, senkrecht an Wänden hochzuklettern, weswegen man sie meist nur am Boden antrifft.

Die Tiere sind sehr widerstandsfähig und können ohne Nahrung bis zu 10 Monate auskommen, während einer Kältephase sind die Tiere inaktiv.

Schäden durch Silberfischchen

Durch diese kriechenden Insekten können erhebliche Schäden verursacht werden, da Zucker und Stärke, was dem Nahrungsspektrum der Tierchen entspricht, in so vielen Materialien enthalten sind. Fraß Schäden können zum Beispiel an seltenen Museumsexponaten auftreten oder auch an Lebensmitteln wie Gebäck. Tapeten, und Bücher sind ebenso stärkehaltig. Auch Kleidung ist vor ihnen nicht sicher, Lederwaren und Kunstfasergewebe können ebenfalls durch den Lochfraß der Tierchen beschädigt werden.

Bekämpfung

Zu beachten ist hierbei die Empfindlichkeit der Tiere. Ab Temperaturen über 35 Grad, so wie bei Senken der Luftfeuchtigkeit verenden die Tiere, diese Methode empfiehlt sich jedoch nicht zur Bekämpfung. 

Eine angenehmere Form der Silberfischfalle sind beispielsweise wirkstoffhaltige Köderdosen, mit denen sich die Silberfischchen bekämpfen lassen, denn sie sind wie Schaben und Asseln nachtaktiv und leben in feuchtwarmer Umgebung.  Die Aeroxon Köderdosen bestehen in der Regel aus einer Dose, gefüllt mit dem Köder, welchen die Tierchen dann zu sich nehmen und verenden. Bei dem Fraß Köder ist zu beachten, dass die Tierchen nicht in der Dose verenden, sondern den Köder als Nahrung aufnehmen und dann in ihrem Unterschlupf nach kurzer Zeit verenden. Eine weiter Methode ist das Aufstellen einer Leimfalle. Hierbei enthält der Leim einen giftfreien Lockstoff und hält die angelockten Tiere dann auf der Leimfläche fest. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Leimfalle auch gegen andere kriechende Insekten Abhilfe schaffen kann.

Vorbeugung

Um den Tieren vorzubeugen, empfiehlt es sich, Risse und Spalten am Sockel, in den Fliesen oder in der Tapete nach dem Auftreten weitestgehend zu stopfen und zu vermeiden. Lebensmittel gut verpacken und nicht unbedeckt in beispielsweise Speisekammern lagern.

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